Der derzeitige Spitzenreiter des Wahlrennens in der Ukraine, Wolodymyr Selenskij, der in einem Interview mit dem "ICTV" über seine Ansichten zur Krim- und Donbass-Frage sprach, gab bekannt, dass er einen Machtwechsel in Moskau für die einzige Möglichkeit für die Rückkehr der Krim zur Ukraine hält.

"Die Krim wird nur zurückkehren, wenn es einen Machtwechsel in Russland gibt. Es gibt keine andere Möglichkeit", sagte Selenskij.

In Bezug auf den Status des Donbass betonte Selenskij, dass er nicht an die Vereinbarungen von Minsk in ihrer aktuellen Fassung glaube.

"Wir haben nur die Vereinbarungen von Minsk, aber sie funktionieren nicht, sie müssen erweitert werden. Es ist möglich, Friedenstruppen an die Demarkationslinie zu senden und den "Volker-Plan" umzusetzen, aber ich glaube, dass das Problem eine interne Frage [der Ukraine] ist", erklärte Selenskij.

Seiner Meinung nach gibt es zwei Szenarien, in denen der Donbass wieder unter die Kontrolle von Kiew gelangen würde. Bei dem ersten handelt es sich um einen groß angelegten Informationskrieg, den die ukrainische Seite gewinnt. Die Einwohner des Donbass sollten "erkennen, dass sie Ukrainer sind", betonte Selenskij.

Der Präsidentschaftskandidat ist der Ansicht, dass der erste Schritt die Schaffung eines internationalen TV-Kanals sein sollte, um die "Wahrheit über das politische Leben" der Ukraine zu verbreiten.

Darüber hinaus könnte die Kiewer Regierung den Bewohnern der Kriegsregionen zeigen, dass sie sich an sie erinnern, und sie als Bürger der Ukraine betrachten. "Wir müssen Renten zahlen. Ja, das ist ein großer Verlust für das Budget des Landes, aber auch Luhansk und Donezk gehören zu unserem Land", so Selenskij.


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